Erkältung - was nun?

Jeden von uns erwischt sie früher oder später – im Durchschnitt sogar 3-4 mal pro Jahr. Die Erkältung! Die Nase läuft, der Hals kratzt, man fühlt sich einfach nur noch müde und matt. Dr. med. Gerald E. Müller, Arzt für Allgemeinmedizin, Akupunktur und Naturheilverfahren aus Hamburg beantwortet Fragen rund um die Erkältung.

Herr Dr. Müller, was hat Erkältung mit Kälte zu tun?

Eine Erkältung wird zwar nicht durch Kälte ausgelöst – aber Kälte begünstigt den Ausbruch einer Erkältung. Voraussetzung für eine Erkältung ist, dass Erkältungsviren vorhanden sind und dass das Immunsystem geschwächt ist. Erst dann kann Kälte zu einer Erkältung führen.

Wann werden banale Erkältungen zum Problem?

Viele schonen sich bei einer banalen Erkältung nicht genug, arbeiten voll weiter und wundern sich dann über verlängerte Verläufe.

Im Volksmund heißt es: Die Erkältung kommt 3 Tage, bleibt 3 Tage, geht 3 Tage. Ist da was dran?

Manche sagen auch, eine Erkältung dauert unbehandelt 7 Tage und behandelt nur eine Woche.

Das heißt, man kommt ganz ohne Medikamente aus?

Man kann die Erkältung auch ohne Medikamente durchstehen. Die Beschwerden lassen sich aber durch eine Behandlung deutlich lindern.

Wie wird man am schnellsten wieder fit? Mit der ``chemischen Keule`` ?

Chemische „Erkältungsblocker“ verzögern den Verlauf eher. Eine unkritische Einnahme von im Haushalt herumliegenden Antibiotika hilft bei Virusinfekten nicht und ist durch Nebenwirkungen und Resistenzbildung sogar gefährlich.

Helfen pflanzliche Erkältungsprodukte?

In meiner Praxis werden pflanzliche Erkältungsmedikamente von einer Mehrzahl der Patienten nachgefragt und bevorzugt, da sie sehr wirksam, aber nebenwirkungsarm sind.

Welche Heilpflanzen empfehlen Sie bei Erkältungen?

Zu den hilfreichen Heilpflanzen bei einer Erkältung gehören:

  • Isländisch Moos wirkt reizlindernd, entzündungshemmend und schützt die Schleimhäute.
  • Eukalyptusöl unterstützt das Abhusten, es ist antispeptisch und wirkt durchblutungsfördernd.
  • Thymiankraut wirkt krampflösend in den Bronchien, fördert den Auswurf festsitzenden Hustens, ist antiviral und antibakteriell.
  • Spitzwegerich trägt dazu bei, dass sich die Schleimhäute zusammenziehen, es ist reizmildernd, antibakteriell, entzündungshemmend und wundheilungsfördernd.

Sind Erkältungsprodukte aus der Drogerie vergleichbar mit Apothekenprodukten?

Ja, denn es gibt in Deutschland nur ein Arzneimittelgesetz. Dieses gilt für alle Arzneimittel, unabhängig davon, ob sie in der Apotheke oder im Drogeriemarkt verkauft werden. Das Gesetz stellt sicher, dass die Wirksamkeit belegt ist und die Qualität den vorgeschriebenen Ansprüchen entspricht.

Was sollte man tun, wenn es einen erwischt hat?

  • Schonung: Überlastungen sollten genauso vermieden werden wie ein Aufenthalt in Nässe und Kälte. Bei Fieber sollte das Haus gehütet werden.
  • Nicht in überheizten Räumen aufhalten: Trockene Heizungsluft führt zur Austrocknung der Schleimhäute.Viel Trinken: Um das Sekret flüssig zu halten, sollte man mindestens 2 Liter täglich trinken, bei Fieber auch 3-4 Liter.
  • Inhalation: Eine Inhalation trägt dazu bei, die Schleimhäute anzufeuchten. Darüber hinaus verbessert eine Inhalation – insbesondere mit ätherischen Ölen – die Viskosität des Bronchialsekretes und fördert das Abhusten.
  • Phytomedizin: Pflanzliche Erkältungsprodukte wirken – je nach Inhaltstoffen – schleimlösend, krampflösend und antibakteriell und können so Erkältungsbeschwerden wirkungsvoll lindern.