Start Pressemitteilungen Experten-Interview: Prof. Dr. Resch (Bade-Experte): „Baden ist mehr als nur Entspannung“

Experten-Interview Prof. Dr. Resch (Bade-Experte): ``Baden ist mehr als nur Entspannung``

Frankfurt am Main, Oktober 2017 – Prof. Dr. Karl-Ludwig Resch ist Vizepräsident des Verbands Deutscher Badeärzte e.V. und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren in Forschung und Praxis mit den Effekten von verschiedenen Bademethoden auf den Körper und die Gesundheit. Er ist Leiter des Deutschen Institut für Gesundheitsforschung.

Warum baden Menschen so gerne?

Das liegt vor allem an den Eigenschaften des Wassers. Denn Wasser reinigt (auch ohne Seife oder andere Zusätze) die Haut sehr effektiv: Eingelagerte Stoffe werden „ausgeschwemmt“, aufliegende abgelöst. Ein warmes Wasserbad ist deshalb bereits ohne Zusätze eine „detox-Geheimwaffe“, mit Wirkungen, die man unterbewusst deutlich positiv wahrnimmt. Wasser wirkt in vielfältiger Weise auf den gesamten Körper und alle Organe. Der im Vergleich zur Luft erhöhte Wasserdruck unterstützt die Entwässerung der Gewebe, den Rückfluss zum Herzen und zur Niere, die dadurch selbst besser arbeiten können.

Wieso wirkt Baden positiv auf den Körper?

Der Auftrieb im Wasser nimmt uns gut 90% unseres Körpergewichts. Die dadurch ausgelöste „Entspannung“ der Muskeln überträgt sich über vielfältige Botenstoffe auf den gesamten Körper. Grundsätzlich ist unser Körper durch die Evolution so programmiert, dass er dann besonders aktiv an sich selbst arbeitet (Aufbau, Umbau, Reparatur und Regeneration), wenn die vorhandenen Kräfte nicht für das Überleben benötigt werden (z.B. Angriff und Verteidigung bzw. Nahrungssuche). Deshalb ist gerade körperliche Entspannung das Gaspedal für Regeneration und Gesundheit. Im warmen Bad braucht man nichts dafür tun, da legen sich die entsprechenden Schalter sozusagen von selbst um. Ein Bad am Abend bringt den Körper effektiv ins innere Gleichgewicht. Die Wahrscheinlichkeit, gut einschlafen zu können steigt ebenso wie die Wahrscheinlichkeit, besser durchschlafen zu können.

Bei welchen gesundheitlichen Beschwerden wird Baden bislang unterschätzt?

Baden wird allgemein gerne in die „Wellness-Ecke“ geschoben. Natürlich kann ein Bad ein Erlebnis sein. Es kann aber auch mehr sein: nämlich eine Aktivität, die gut kalkulierbar und in relevantem Ausmaß die eigene Gesundheit unterstützen und verbessern bzw. Gesundheitsdefizite und Beschwerden lindern kann, sowohl kurzfristig als auch längerfristig. Bei vielen chronischen Erkrankungen, bei denen eine Heilung medizinisch nicht zu erwarten ist, kann Baden die Beschwerden lindern, z.B. bei vielen Erkrankungen, die mit Schmerzen einhergehen. Aber auch bei vielen akuten Beschwerden wie Muskelschmerzen und zur Unterstützung des Körpers bei banalen Infekten („künstliches Fieber“) werden die heilsamen Potentiale des Bades von den meisten Menschen nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft.

Was kann man mit einer Bade-Kur (in der heimischen Badewanne) erreichen?

Ein Bad in der heimischen Badewanne kann schnell und unmittelbar viel bewirken: Typischerweise kann es bei eher akuten Symptomen zur Besserung unliebsamer Begleiterscheinungen führen und manchmal sogar den Heilungsverlauf beschleunigen. Hier gilt: so oft baden, wie man spürt, dass das Bad einen spürbaren Nutzen bringt. Je regelmäßiger man sich die Zeit für ein Bad nimmt, desto langfristig positiver können die Ergebnisse sein. Bei der Badekur gilt prinzipiell das Gleiche wie für ein einzelnes Bad: niemand kann genauer messen als der eigene Körper. Man muss sich nur darauf einlassen und sensibel in sich hineinhören – dann lernt man seinen Körper immer besser kennen und seine Signale wahrzunehmen.

Wie funktioniert die Kraft der pflanzlichen Extrakte in Badezusätzen?

Seit es Pflanzen auf dieser Welt gibt, haben diese unzählige Strategien entwickelt, um sich gegen die Vegetarier im Tierreich, gegen winzig kleine Feinde, ja sogar das Wetter zu schützen oder um Insekten anzulocken. Viele dieser Stoffe haben als „Nebenwirkung“ für den Menschen unmittelbare gesundheitspositive Wirkungen – deshalb sind bis heute ca. 80% aller Medikamente direkt oder indirekt pflanzlichen Ursprungs. Ein wichtiges Zielorgan für pflanzliche Extrakte ist die Haut, auf die man leicht und direkt pflanzliche Extrakte auftragen oder mit denen man sich beim Baden umgeben kann. Je nach Beschaffenheit des Extrakts werden bestimmte Stoffe aus der Haut gelöst (reinigende Wirkung), in die Haut eingebracht (pflegende Wirkung) oder die Haut geschützt (z.B. desinfizierende Wirkung).

Welchen zusätzlichen Vorteil haben ätherische Öle?

Ätherische Öle können auf die Haut selbst wirken, dort Schmerz- und andere Rezeptoren beeinflussen oder über die Haut die Durchblutung fördern und auf Muskeln und Gelenke einwirken. Ihr Name verrät aber eine weitere, charakteristische Eigenschaft: sie sind „flüchtig“, reichern sich also schnell in der Luft an. Werden sie eingeatmet, wirken sie unmittelbar vor allem auf die Schleimhäute. Sie können aber auch über die Lungen vom Körper aufgenommen werden und dort ihre Wirkungen entfalten. Als Duftstoffe „sprechen sie uns an“, wecken Gefühle, verstärken Stimmungen – indem sie auf das vegetative Nervensystem wirken: anregend und belebend, entspannend und beruhigend, lösend und harmonisierend.

Welche pflanzlichen Extrakte / ätherische Öle wirken dabei besonders effektiv?

Wer herunterkommen, abschalten und entspannen möchte, wer sich nach einem erholsamen Schlaf sehnt, der sollte z.B. Baldrian, Hopfen, Lavendel oder indischer Melisse sein Vertrauen schenken. Beinwell verschafft, wie der Name schon andeutet, den Beinen Linderung, aber auch anderen Muskeln und Gelenken. Alternativ kann man auch z. B. zu Arnika oder Rosmarinöl greifen. Die ätherischen Öle der Minze und des Eukalyptus, klassischerweise bei Erkältungen angewendet (ebenso wie z.B. Kiefernnadelextrakte oder Kampfer), wirken zusätzlich auch durchblutungsfördernd und deshalb auf die Muskulatur spürbar belebend. Nicht selten kann man die externe Anwendung in Form eines Badezusatzes wirkungsvoll ergänzen durch die innere Anwendung des gleichen pflanzlichen Extrakts bzw. ätherischen Öls, typischerweise als Tee.

Was ist die perfekte Badetemperatur und Dauer?

Nur für tote Materie gibt es eindeutige, immer gleichbleibende, verlässliche gültige Werte. Ein lebender Organismus ist ständig am Regulieren und Justieren, er „reagiert“ laufend gegenüber wechselnden äußeren Einflüssen, das innere Gleichgewicht ist also dynamisch und wesentlich von den jeweiligen Umgebungsfaktoren abhängig. Deshalb ist die perfekte Badetemperatur immer die, die sich, wenn man sensibel „in sich hineinspürt“, im jeweiligen Moment am angenehmsten anfühlt. Das Gleiche gilt für die Dauer eines Bades. Idealerweise beendet man ein Bad dann, wenn es am schönsten ist und sich langsam das Gefühl einzustellen beginnt, dass es wohl nicht noch schöner werden wird. Dem ehrlichen Bauchgefühl kann man unbesorgt vertrauen – darauf sollte man viel mehr vertrauen als auf allgemeine Regeln, die nie die momentane konkrete Situation mit berücksichtigen können.

Ansprechpartnerin:

Merz Consumer Care GmbH
Öffentlichkeitsarbeit, Johanna Hauptenbuchner
Telefon: 069 / 1503-266 / E-Mail: Johanna.hauptenbuchner@merz.de

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